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Dieter

(Administrator)

Der Prinz und die drei Feen

Es war einmal, was noch nicht da war.
Es war einmal ein Kaiser, der immerfort zu Gott betete und zu ihm sprach: »Gib mir, 0 Herr, gib auch mir einen Sohn! Gib, o Herr, auch mir einen Sohn! Das ist mein einziges Sehnen. «
Der Herrgott schenkte ihm einen Sohn, damit seine Qual gestillt werde.
An drei Abenden kamen drei weise Frauen, um ihm in drei Nächten sein Schicksal zu bestimmen und es ihm bis zum Tode zu weissagen. Zuerst sprach die eine Fee: »Schwestern, ich finde es billig, dass wir ihm ein langes Lebens schenken, denn er ist seiner Eltern ein und alles.« Da rief die mittlere Fee ihrerseits: »Mich dünkt es besser, dass wir ihm nur einige Tage schenken, damit ihn der Gedanke an den Tod nicht schmerze und erschrecke.« Die kleinste Fee aber schnitt ihm den Faden zu und rief: »Warum wünscht ihr ihm dies und das? Ich gewähre ihm ein Leben von einundzwanzig Jahren. Dann soll er sterben, beweint und betrauert von einer ganzen Welt, wie es dem Schrie eines großen Herrn zukommt.«
So sprachen die Feen, brannten ihn an der Nase und verschwanden ungesehen und ungehört.
Als der Prinz einundzwanzig Jahre vollendet hatte, vermählte ihn der Kaiser mit der Tochter eines andern Kaisers, wie es der Brauch verlangte. Die einundzwanzig Jahre waren gerade voll, als er mit der Braut heimfuhr. Da kamen sie an einen Fluss, den sie überschreiten mussten. Alle kamen hinüber, ohne dass sich trotz der elenden Pferde etwas ereignete. Doch als der Prinz mit seinem Flügelross übersetzen wollte, da verschlang, als ob die Zeit es lenkte, die Erde das Pferd, so dass der Kaisersohn herabfiel und ertrank. Man eilte herbei, um ihn herauszuziehen, doch ... Welch Jammern hub nun an! Von Weinen, Schreien und Verzweiflungsrufen bebte die Erde. Seine arme junge Gattin konnte sich gar nicht beruhigen. Und während sie weinte und seufzte aus tiefstem Herzensgrund, sprach die junge Frau: »Du meine schwarze Fee, warum schneidest du dir nicht zehn Jahre von den meinigen ab und schenkst sie dem Edlen?«
Die Fee ließ sich das Herz rühren und erhörte sie. Sie schnitt ihr zehn Jahre vom Lebensfaden ab und schenkte sie dem Edlen. Der wurde auch sofort lebendig. Doch nach zehn Jahren musste er sterben, wie es ihm beschieden war.
14.07.09, 22:17:49
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